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D&O-Versicherung

D&O-Versicherung für Geschäftsführer in Schwäbisch Hall

Ein Insolvenzverwalter forderte von einem Geschäftsführer aus dem Ostalbkreis 240.000 Euro persönlich zurück, für Zahlungen nach Insolvenzreife. Wir bauen die Deckung, die solche Ansprüche abwehrt oder trägt.

Haftung ohne ObergrenzeAbwehrkosten inklusiveAuch für die kleine GmbH

Worum es im Ernstfall geht

Unbeschränkte HaftungParagraf 43 GmbHG und Paragraf 93 AktG kennen keine Obergrenze. Gehaftet wird mit dem gesamten Privatvermögen.
Beweislast beim OrganSie müssen belegen, dass Sie sorgfältig gehandelt haben, nicht die Gesellschaft das Gegenteil.
Abwehr als KernnutzenDie meisten Fälle enden ohne Zahlung an den Anspruchsteller. Was bleibt, sind Anwalts- und Gutachterkosten.
Fünf Jahre VerjährungAnsprüche verjähren erst fünf Jahre nach der Pflichtverletzung, bei börsennotierten Gesellschaften nach zehn.
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AllianzDeutschlands größter Versicherer
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2 StandorteSchwäbisch Hall und Crailsheim
5,0 von 5Bewertung unserer Kunden bei Google
Kurz gefasst

Die D&O-Versicherung ist eine Vermögensschadenhaftpflicht für Organe: Sie schützt das Privatvermögen von Geschäftsführern, Vorständen, Aufsichtsräten und Beiräten, wenn sie wegen einer Pflichtverletzung in ihrer Leitungsfunktion in Anspruch genommen werden. Nach Paragraf 43 GmbHG und Paragraf 93 AktG haften diese Personen persönlich, gesamtschuldnerisch und der Höhe nach unbegrenzt, und zwar mit Haus, Erspartem und Altersvorsorge. Erschwerend kommt die Beweislastumkehr hinzu: Nicht die Gesellschaft muss den Fehler beweisen, das Organ muss seine Sorgfalt belegen. Der wichtigste Leistungsteil ist deshalb die Abwehrdeckung, denn der überwiegende Teil der Fälle endet ohne Zahlung, aber nie ohne Anwalts- und Gutachterkosten. Gebraucht wird die Deckung von jeder GmbH mit bestelltem Geschäftsführer, unabhängig von der Betriebsgröße.

Überblick

Organhaftung trifft die Person, nicht die Firma

Ein Zulieferbetrieb aus dem Ostalbkreis verliert einen Großkunden. Der Geschäftsführer hält den Betrieb noch elf Wochen am Laufen, zahlt Löhne und die wichtigsten Lieferanten, weil er auf einen Anschlussauftrag hofft. Der Auftrag kommt nicht. Anderthalb Jahre später sitzt er beim Insolvenzverwalter, der ihm eine Aufstellung über 240.000 Euro vorlegt: alle Zahlungen, die nach dem Eintritt der Zahlungsunfähigkeit geflossen sind, zurückzuerstatten nach Paragraf 15b InsO, persönlich. Der Mann hat nichts unterschlagen und niemanden getäuscht. Er hat gekämpft. Genau das ist der Fall, für den es die D&O gibt, und er trifft die kleine GmbH mit acht Mitarbeitenden im Gewerbegebiet bei Ilshofen genauso wie den Konzern.

Die Mechanik hat zwei Richtungen. Bei der Innenhaftung nimmt die eigene Gesellschaft ihr Organ in Anspruch, häufig ausgelöst durch einen Gesellschafterwechsel, das Ausscheiden eines Geschäftsführers oder einen Insolvenzverwalter, der die Vergangenheit aufarbeitet. Bei der Außenhaftung fordern Dritte Ersatz: Kunden, Lieferanten, Banken, Sozialversicherungsträger oder das Finanzamt. In der Praxis ist die Innenhaftung der häufigere und meist unangenehmere Fall, weil er im eigenen Haus beginnt. Verschärft wird beides durch die Beweislastumkehr. Paragraf 93 Absatz 2 Satz 2 AktG sagt es wörtlich: Ist streitig, ob das Organ die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters angewandt hat, trifft es die Beweislast. Für die GmbH gilt dasselbe. Bei Vorgängen, die sechs Jahre zurückliegen, muss also der Geschäftsführer belegen, auf welcher Informationsgrundlage er damals entschieden hat.

Für wen sich die Deckung rechnet: für jede Gesellschaft mit bestelltem Organ, also für die GmbH, die UG, die AG, die Genossenschaft und für jede GmbH & Co. KG mit Komplementär-GmbH. Besonders dringend ist sie für Fremdgeschäftsführer, die das volle Risiko ohne unternehmerischen Ertrag tragen, und für Familienunternehmen mit externem Beirat, weil gute Leute ein solches Mandat ohne Deckung kaum noch annehmen. Weniger sinnvoll ist eine eigene Police für den Einzelunternehmer oder die GbR, denn dort gibt es kein Organ, das von der Gesellschaft in Anspruch genommen werden könnte. Dort geht es um Betriebshaftpflicht und Vermögensschadenhaftpflicht, nicht um D&O. Auch das sagen wir im ersten Gespräch.

Warum

Warum auch die kleine GmbH eine D&O braucht

Die Vorstellung, Organhaftung sei ein Thema für börsennotierte Gesellschaften, hält sich hartnäckig. Die Realität zwischen Schwäbisch Hall und Künzelsau sieht anders aus: ein Zulieferbetrieb mit vierzig Beschäftigten, ein Familienunternehmen mit Beirat, eine Betriebsgesellschaft im Handel. Überall gibt es bestellte Organe, überall gelten dieselben Sorgfaltspflichten aus Paragraf 43 GmbHG, und überall ist die Haftung persönlich und nach oben offen. Der Anspruch richtet sich nach dem Schaden, nicht nach dem Vermögen des Geschäftsführers.

Kritisch wird es in Umbruchsituationen. Ein Gesellschafter steigt aus, ein Nachfolger kommt herein, ein Investor prüft die Vergangenheit, oder die Zahlen drehen und ein Insolvenzverwalter schaut sich an, ab wann die Zahlungsunfähigkeit erkennbar war. Nach Paragraf 15a InsO muss der Antrag spätestens drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit und sechs Wochen nach Eintritt der Überschuldung gestellt sein. Wer diese Frist versäumt, riskiert nach Absatz 4 eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, bei Fahrlässigkeit bis zu einem Jahr, und haftet zusätzlich zivilrechtlich. Wer in solchen Momenten keine Deckung hat, trägt Anwalts- und Gutachterkosten aus eigener Tasche, oft über zwei oder drei Jahre. Und der Anspruch verjährt nach Paragraf 43 Absatz 4 GmbHG erst nach fünf Jahren.

Keine Haftungsgrenze

Weder Paragraf 43 GmbHG noch Paragraf 93 AktG kennen eine Deckelung. Mehrere Geschäftsführer haften gesamtschuldnerisch, das heißt: Der Anspruchsteller kann sich einen aussuchen und die volle Summe von ihm verlangen. Sechsstellige Forderungen sind bei Insolvenzfällen die Regel, nicht die Ausnahme.

Beweislastumkehr zulasten des Organs

Steht ein Pflichtverstoß im Raum, muss das Organ belegen, dass es sorgfältig gehandelt hat, auf ausreichender Informationsgrundlage und im Interesse der Gesellschaft. Ohne Protokolle, Gutachten und dokumentierte Entscheidungswege ist das nach fünf Jahren praktisch nicht zu leisten.

Zahlungen nach Insolvenzreife

Nach Paragraf 15b InsO muss jede Zahlung erstattet werden, die nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung geflossen ist. Gezählt wird jede einzelne Überweisung, nicht der Saldo. Bei zwölf Wochen Weiterbetrieb summiert sich das schnell auf einen sechsstelligen Betrag.

Sozialabgaben und Steuern

Nicht abgeführte Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung sind nach Paragraf 266a StGB strafbar, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren, und begründen über Paragraf 823 Absatz 2 BGB die persönliche Haftung. Für Steuern gilt Paragraf 69 AO bei vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Pflichtverletzung, vor allem bei der Lohnsteuer.

Abwehr ist der Kernnutzen

Der überwiegende Teil aller gemeldeten Fälle endet ohne Zahlung an den Anspruchsteller. Was bleibt, sind Anwalts-, Gutachter- und Gerichtskosten, und die laufen bei einem dreijährigen Verfahren mit Sachverständigengutachten leicht in den sechsstelligen Bereich. Genau diese Kosten trägt die Deckung ab dem ersten Tag.

Voraussetzung bei der Besetzung

Gute Leute übernehmen ein Mandat als Fremdgeschäftsführer oder externer Beirat heute selten ohne D&O, und sie lassen sich die Deckung vor der Bestellung schriftlich bestätigen. Für Familienunternehmen mit Beirat ist die Police damit weniger Versicherung als Bedingung für die Besetzung.

Leistungen

Was die D&O-Versicherung leistet

Die D&O ist eine Vermögensschadenhaftpflicht für Organe. Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht wegen einer Pflichtverletzung bei der Organtätigkeit. Versicherungsnehmerin ist die Gesellschaft, versicherte Personen sind die Organe. Die Deckung arbeitet nach dem Claims-made-Prinzip, was drei Bausteine entscheidend macht: die Rückwärtsversicherung für Pflichtverletzungen aus der Zeit vor Vertragsbeginn, die Nachmeldefrist für Ansprüche, die nach Vertragsende erhoben werden, und die Versicherungssumme. Erst danach kommt die Frage, welche Personen namentlich oder pauschal eingeschlossen sind.

Das ist abgesichert

  • Innenhaftung: Ansprüche der eigenen Gesellschaft gegen Geschäftsführung, Vorstand oder Aufsichtsrat wegen einer Pflichtverletzung
  • Außenhaftung: Ansprüche von Kunden, Lieferanten, Banken, Behörden und Sozialversicherungsträgern gegen das Organ persönlich
  • Abwehr unberechtigter Ansprüche einschließlich Anwalts-, Gutachter- und Gerichtskosten, auch über mehrere Instanzen
  • Ansprüche des Insolvenzverwalters wegen verbotener Zahlungen nach Eintritt der Insolvenzreife gemäß Paragraf 15b InsO
  • Persönliche Haftung für nicht abgeführte Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung, hergeleitet aus Paragraf 266a StGB
  • Steuerliche Haftung des gesetzlichen Vertreters nach Paragraf 69 AO im Rahmen der vereinbarten Bedingungen
  • Rückwärtsversicherung für Pflichtverletzungen vor Vertragsbeginn, soweit sie bei Abschluss niemandem bekannt waren
  • Nachmeldefrist für Ansprüche, die erst nach Vertragsende erhoben werden, auch zugunsten ausgeschiedener Organe
  • Beirats- und Aufsichtsratsmandate im eigenen Unternehmen und, nach Vereinbarung, in Tochtergesellschaften
  • Eigenschadenklausel, damit die Gesellschaft ihren eigenen Geschäftsführer nicht förmlich verklagen muss, damit die Deckung greift

Das ist nicht abgesichert

  • Vorsätzliche Pflichtverletzungen und wissentliche Verstöße, sobald sie rechtskräftig festgestellt sind. Bis dahin wird die Abwehr aber getragen
  • Ansprüche, deren Ursache bei Vertragsabschluss bereits bekannt war oder bekannt sein musste, deshalb ist die Umstandsmeldung vor Vertragsende so wichtig
  • Geldstrafen und Bußgelder mit Sanktionscharakter, die in Deutschland weitgehend nicht versicherbar sind. Die Verteidigungskosten sind es dagegen sehr wohl
  • Personen- und Sachschäden aus dem Betrieb, dafür ist die Betriebshaftpflichtversicherung zuständig
  • Vorsätzliche Straftaten wie Untreue, Unterschlagung und Diebstahl, hier greift die Vertrauensschadenversicherung
  • Ansprüche aus einer Tätigkeit außerhalb der versicherten Organstellung, etwa aus einem Aufsichtsratsmandat in einem fremden Unternehmen ohne Einschluss
  • Der gesetzliche Selbstbehalt des Vorstands einer AG nach Paragraf 93 Absatz 2 Satz 3 AktG, der nur über eine eigene Police abgedeckt werden kann
Beitrag

Was kostet eine D&O-Versicherung?

Einen Einheitspreis gibt es nicht, weil der Beitrag am Haftungsrisiko hängt und nicht an einer Fahrzeug- oder Quadratmeterzahl. Kalkuliert wird nach Rechtsform, Umsatz, Bilanzsumme, Eigenkapitalquote, Branche, Zahl der versicherten Personen, Gesellschafterstruktur und Versicherungssumme. Eine GmbH mit 6 Millionen Euro Umsatz, einem Geschäftsführer und ohne Auslandsgeschäft liegt deutlich unter einer Unternehmensgruppe mit Tochtergesellschaften, Beirat und Vertrieb in den USA, weil dort ein völlig anderes Prozessrecht gilt. Auch die Vergangenheit zählt: Wer bereits einen Organhaftungsfall gemeldet hat, zahlt mehr oder bekommt einen Ausschluss für diesen Sachverhalt.

Nach unten drücken den Beitrag eine solide Eigenkapitalquote, ein testierter oder wenigstens geprüfter Jahresabschluss, eine klare Geschäftsordnung für die Geschäftsführung mit Zustimmungsvorbehalten und ein Selbstbehalt je Schadenfall. Auch die Bündelung mit anderen Firmenverträgen bei einer Gesellschaft wirkt. Nach oben treiben ihn eine hohe Versicherungssumme, eine lange Nachmeldefrist, der Einschluss von Beiräten und Tochtergesellschaften, Geschäft in den Vereinigten Staaten oder Kanada, eine angespannte Ertragslage und eine bevorstehende Nachfolge oder ein Verkauf. Wichtig: Sparen Sie nicht an der Versicherungssumme. Sie orientiert sich am möglichen Schaden, nicht am Beitragsbudget.

Rechtsform und Struktur

Die GmbH ist der Normalfall, bei der AG kommt die Aufsichtsratshaftung als eigener Tatbestand hinzu, bei der Genossenschaft der Vorstand nach entsprechenden Regeln. Jede Tochtergesellschaft und jede Beteiligung erweitert den Kreis der versicherten Personen und damit den Beitrag. Eine GmbH und Co. KG braucht die Komplementär-GmbH ausdrücklich im Vertrag.

Umsatz und Bilanzsumme

Sie sind die wichtigsten Kalkulationsgrößen, weil sie die Größenordnung des möglichen Schadens abbilden. Verdoppelt sich Ihr Umsatz in drei Jahren, gehört der Vertrag angepasst. Wer das versäumt, hat im Ernstfall eine Summe, die zur Firma von vorgestern passt.

Höhe der Versicherungssumme

Sie wirkt direkt auf den Beitrag, aber nicht linear: Die Verdopplung der Summe kostet deutlich weniger als das Doppelte, weil große Schäden seltener sind. Deshalb ist Sparen an dieser Stelle fast immer der falsche Hebel. Sinnvoll ist die Frage, welcher Schaden bei einer Fehlentscheidung realistisch entstehen kann.

Länge der Nachmeldefrist

Weil die D&O nach dem Claims-made-Prinzip arbeitet, entscheidet die Nachmeldefrist darüber, ob ein ausgeschiedener Geschäftsführer noch Deckung hat. Fristen von drei, fünf oder zehn Jahren sind marküblich, jede Verlängerung kostet Beitrag. Bei anstehender Nachfolge ist das trotzdem das Geld am besten angelegt.

Selbstbehalt je Schadenfall

Ein vereinbarter Selbstbehalt senkt den Beitrag spürbar und hält Kleinstfälle aus dem Vertrag. Zu unterscheiden ist er vom gesetzlichen Pflichtselbstbehalt des Vorstands einer Aktiengesellschaft nach Paragraf 93 Absatz 2 Satz 3 AktG, der mindestens 10 Prozent des Schadens bis mindestens zum Eineinhalbfachen der festen Jahresvergütung beträgt.

Branche und Auslandsgeschäft

Bau, Immobilienentwicklung, Finanzdienstleistung und stark zyklische Zulieferbranchen gelten als anspruchsvoller. Den größten einzelnen Zuschlag löst aber Geschäft in den Vereinigten Staaten und Kanada aus, weil dort Sammelklagen und Prozesskosten in ganz anderen Größenordnungen laufen als in Deutschland.

Ausbaustufen

Deckungsvarianten

Der passende Zuschnitt hängt von Rechtsform, Umsatz, Bilanzsumme und Gesellschafterstruktur ab. Die Versicherungssumme sollte zum tatsächlichen Haftungsrisiko passen, nicht zum Beitragsbudget.

Basis

Für die kleine GmbH mit einem oder zwei Geschäftsführern und ohne Auslandsgeschäft

  • Innen- und Außenhaftung aller bestellten Organe
  • Abwehrkosten innerhalb der Versicherungssumme, einschließlich Gutachten
  • Rückwärtsversicherung für unbekannte Pflichtverletzungen vor Vertragsbeginn
  • Nachmeldefrist von mehreren Jahren, auch für ausgeschiedene Organe
  • Deckung für Prokuristen im Rahmen ihrer Aufgaben
  • Ansprüche des Insolvenzverwalters nach Paragraf 15b InsO eingeschlossen
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Am häufigsten gewählt

Komfort

Der Standard für den Mittelstand mit Beirat und mehreren Führungsebenen

  • Alles aus Basis mit deutlich höherer Versicherungssumme
  • Verlängerte Nachmeldefrist, wichtig bei anstehender Nachfolge
  • Beiräte und Aufsichtsräte ausdrücklich als versicherte Personen eingeschlossen
  • Eigenschadenklausel, damit die Gesellschaft nicht förmlich klagen muss
  • Haftung für Sozialversicherungsbeiträge und Steuern im Rahmen der Bedingungen
  • Deckung für Tochter- und Beteiligungsgesellschaften
  • Strafrechtsschutz-Baustein für Ermittlungs- und Bußgeldverfahren
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Premium

Für Gruppenstrukturen, Auslandsgeschäft und Unternehmen kurz vor dem Verkauf

  • Alles aus Komfort
  • Separate Summe für Abwehrkosten nach Vereinbarung, damit die Deckung nicht durch Prozesskosten aufgezehrt wird
  • Persönliche Zusatzdeckung für einzelne Organe oberhalb der Unternehmenspolice
  • Vorstandsselbstbehalt nach Paragraf 93 Absatz 2 Satz 3 AktG über eine eigene Police
  • Fortführung nach Kontrollwechsel und Regelung für den Unternehmensverkauf
  • Abstimmung mit Vertrauensschadenversicherung, Cyberdeckung und Strafrechtsschutz
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Die Darstellung ist eine Orientierung. Welche Bausteine sinnvoll sind, klären wir im Gespräch anhand Ihrer Situation. Maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen.

Abgrenzung

Abgrenzung zu anderen Policen

Damit Sie nicht doppelt zahlen und nicht an der falschen Stelle eine Lücke haben.

Vermögensschadenhaftpflicht
Sie deckt Fehler bei der beruflichen Dienstleistung gegenüber Auftraggebern ab, also den falsch berechneten Jahresabschluss beim Steuerberater oder die fehlerhafte Statik beim Ingenieurbüro. Die D&O deckt dagegen Pflichtverletzungen in der Leitungsfunktion, typischerweise gegenüber der eigenen Gesellschaft. Die Grenze verläuft an der Frage, ob jemand als Dienstleister oder als Organ gehandelt hat. Viele Unternehmen brauchen beides.
Betriebshaftpflichtversicherung
Sie zahlt bei Personen- und Sachschäden Dritter, also wenn ein Monteur eine fremde Anlage beschädigt oder ein Kunde auf dem Betriebsgelände stürzt. Reine Vermögensschäden ohne vorausgegangenen Personen- oder Sachschaden deckt sie regelmäßig nicht, und genau dort liegt die D&O. Beide Verträge überschneiden sich kaum, aber die Abgrenzung gehört vorher schriftlich geklärt.
Vertrauensschadenversicherung
Sie deckt vorsätzliche Schädigungen durch eigene Mitarbeitende oder Organe: Diebstahl, Untreue, Unterschlagung, Betrug, auch den Zahlungsanweisungsbetrug. Die D&O deckt fahrlässige Pflichtverletzungen und schließt Vorsatz aus, sobald er festgestellt ist. Die beiden Verträge ergänzen sich fast lückenlos, deshalb sprechen wir sie im Mittelstand meist zusammen an.
Strafrechtsschutz für Unternehmen
Er trägt die Verteidigungskosten im Ermittlungsverfahren, etwa bei einem Vorwurf nach Paragraf 266a StGB oder Paragraf 15a InsO. Viele D&O-Verträge enthalten dafür einen Baustein, der aber begrenzt ist. Wo Ermittlungsverfahren realistisch sind, lohnt sich der eigene Vertrag. Die Geldstrafe selbst ist in keinem der beiden Fälle versicherbar, die Verteidigung sehr wohl.
Zielgruppen

Wer eine D&O-Deckung braucht

Versichert werden Personen, nicht Positionen im Organigramm. Entscheidend ist, ob jemand bestelltes Organ ist oder organähnliche Verantwortung trägt. Diese sechs Gruppen sprechen wir in der Region am häufigsten darauf an.

Geschäftsführende Gesellschafter

Auch wer der eigenen GmbH zu hundert Prozent gehört, kann von ihr in Anspruch genommen werden, spätestens durch einen Insolvenzverwalter, der an die Stelle der Gesellschaft tritt. Das ist der Fall, den Inhaber in Schwäbisch Hall am häufigsten unterschätzen, weil sie Gesellschaft und eigene Person gedanklich gleichsetzen.

Fremdgeschäftsführer

Wer ohne Anteile die Geschäfte führt, trägt das volle Haftungsrisiko ohne unternehmerischen Ertrag. Vor der Bestellung sollte die Deckung stehen, inklusive schriftlicher Bestätigung der Gesellschaft, dass der Vertrag besteht und wie lange die Nachmeldefrist läuft.

Familienunternehmen mit Beirat

Externe Beiräte in Betrieben rund um Crailsheim, Künzelsau und Öhringen übernehmen Kontroll- und Zustimmungsrechte und haften dafür wie ein Organ. Ohne ausdrücklichen Einschluss in die Police sind sie nicht versichert, und ohne Versicherung findet man solche Mandate kaum noch besetzt.

Vorstände und Aufsichtsräte

Bei Aktiengesellschaften und Genossenschaften gilt Paragraf 93 AktG. Der Aufsichtsrat haftet zusätzlich für die Überwachung des Vorstands, ein eigener Haftungstatbestand. Für Vorstände kommt der gesetzliche Pflichtselbstbehalt hinzu, der sich nur über eine persönliche Zusatzpolice absichern lässt.

Prokuristen und leitende Angestellte

Wer im Außenverhältnis weitreichend vertreten darf, kann für Entscheidungen in seinem Bereich einstehen müssen, etwa der Vertriebsleiter mit Prokura, der einen Rahmenvertrag zeichnet. Der Einschluss in die Unternehmenspolice ist meist ohne nennenswerten Mehrbeitrag möglich.

Unternehmen in der Nachfolge

Beim Generationswechsel prüft die nachfolgende Seite die Vergangenheit, und bei einem Verkauf tut es der Käufer mit professioneller Unterstützung. Eine Deckung mit langer Nachmeldefrist schützt die abgebende Geschäftsführung noch Jahre nach dem Ausscheiden. Danach lässt sie sich nicht mehr nachkaufen.

Aus der Praxis

Aus der Praxis

Drei Konstellationen, wie sie in mittelständischen Betrieben der Region tatsächlich vorkommen. Der erste Fall ist der teuerste.

Zahlungen nach Insolvenzreife

Ein Zulieferbetrieb aus dem Ostalbkreis geriet nach dem Ausfall eines Großkunden in Schieflage. Der Geschäftsführer zahlte über elf Wochen weiter Löhne und Lieferanten, um den Betrieb zu halten. Der Insolvenzverwalter forderte diese Zahlungen später nach Paragraf 15b InsO persönlich zurück, jede einzelne Überweisung gerechnet. Die D&O übernahm die Abwehr und den anschließend ausgehandelten Vergleich. Ohne Deckung hätte der Geschäftsführer sein Haus verkaufen müssen.

Forderung von rund 240.000 Euro

Streit nach dem Gesellschafterwechsel

Nach dem Verkauf eines Handelsunternehmens bei Schwäbisch Hall warf der neue Gesellschafter dem früheren Geschäftsführer vor, eine langfristige Lieferbindung zu ungünstigen Konditionen eingegangen zu sein. Es folgten zwei Jahre Streit mit Sachverständigengutachten und Schriftsätzen. Der Anspruch wurde am Ende abgewiesen, die Kosten blieben trotzdem. Genau dafür ist die Abwehrdeckung da: Sie zahlt, obwohl niemand etwas falsch gemacht hat.

Abwehrkosten von circa 78.000 Euro

Nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge

In einem Handwerksbetrieb mit 25 Beschäftigten wurden während eines Liquiditätsengpasses über vier Monate die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung nicht abgeführt. Die Einzugsstelle nahm den Geschäftsführer persönlich in Anspruch, parallel lief ein Ermittlungsverfahren nach Paragraf 266a StGB. Die zivilrechtliche Forderung war gedeckt, die Verteidigungskosten liefen über den Strafrechtsschutz-Baustein.

Nachforderung von circa 62.000 Euro
Aus der Beratung

Die fünf Fehler, die uns bei Organhaftung am häufigsten begegnen

Was uns immer wieder begegnet, und was es kostet, wenn niemand hinschaut.

1

Der Vertrag endet, die Haftung nicht

Die D&O arbeitet nach dem Claims-made-Prinzip: Versichert ist nicht der Zeitpunkt der Pflichtverletzung, sondern der Zeitpunkt, zu dem der Anspruch erhoben und gemeldet wird. Wer den Vertrag kündigt oder aus dem Amt scheidet, ohne dass eine Nachmeldefrist vereinbart ist, steht ohne Deckung da, obwohl Ansprüche nach Paragraf 43 Absatz 4 GmbHG noch fünf Jahre lang erhoben werden können. Wir vereinbaren die Frist deshalb von Anfang an lang.

2

Entscheidungen sind nicht dokumentiert

Weil das Organ seine Sorgfalt beweisen muss, entscheidet die Aktenlage. Wer eine Investition auf Basis eines Marktgutachtens und eines Gesellschafterbeschlusses getroffen hat, steht gut da. Wer sie im Gespräch am Freitagabend beschlossen hat, steht sechs Jahre später mit leeren Händen vor dem Gericht. Ein kurzes Protokoll zu jeder größeren Entscheidung ist der billigste Schutz überhaupt, und die D&O ersetzt ihn nicht.

3

Die Insolvenzreife wird zu spät geprüft

Die Frist des Paragrafen 15a InsO läuft ab Eintritt der Zahlungsunfähigkeit, nicht ab dem Tag, an dem jemand sie bemerkt. Drei Wochen bei Zahlungsunfähigkeit, sechs Wochen bei Überschuldung, danach beginnt die Strafbarkeit und die Erstattungspflicht nach Paragraf 15b InsO für jede weitere Zahlung. Wer bei angespannter Lage keine fortlaufende Liquiditätsplanung führt, verliert den einzigen Nachweis, den er später bräuchte.

4

Beiräte und Prokuristen fehlen im Vertrag

Versichert ist, wer im Vertrag steht. Ein Beirat mit Zustimmungsvorbehalten trägt organähnliche Verantwortung, ist aber ohne ausdrücklichen Einschluss nicht gedeckt, und dasselbe gilt für Prokuristen und leitende Angestellte mit weitreichenden Vollmachten. Wir gehen den Personenkreis deshalb bei jedem Jahresgespräch durch, weil er sich schneller ändert als der Gesellschaftsvertrag.

5

Die Versicherungssumme passt zur Firma von vorgestern

Ein Vertrag von 2016 mit einer Summe, die zum damaligen Umsatz passte, deckt bei verdoppeltem Umsatz und gewachsener Bilanzsumme nicht mehr das reale Risiko. Verschärfend kommt hinzu, dass Abwehrkosten in vielen Verträgen die Versicherungssumme aufzehren: Nach zwei Jahren Prozess ist die Summe verbraucht, bevor über die eigentliche Forderung entschieden ist. Deshalb prüfen wir Summe und Kostenregelung jährlich.

Ablauf

So gehen wir vor

1

Risiko und Struktur klären

Wir schauen auf Rechtsform, Gesellschafterkreis, Umsatz, Bilanzsumme, Beteiligungen und Auslandsgeschäft. Daraus ergibt sich, wer versicherte Person sein muss und wer bisher fehlt. Das dauert etwa eine Stunde.

2

Versicherungssumme festlegen

Die Summe orientiert sich am möglichen Schaden, nicht am Beitrag. Wir gehen mit Ihnen zwei realistische Szenarien durch, etwa einen fehlgeschlagenen Großauftrag und eine Insolvenz, und leiten daraus die Größenordnung ab.

3

Bedingungen prüfen

Rückwärtsversicherung, Nachmeldefrist, Eigenschadenklausel, Behandlung der Abwehrkosten und der Einschluss von Beiräten entscheiden über die Qualität. Wir legen Ihnen die Punkte im Vergleich vor, nicht nur den Beitrag.

4

Abstimmung mit anderen Verträgen

Wir grenzen die D&O gegen Vermögensschadenhaftpflicht, Vertrauensschadenversicherung, Betriebshaftpflicht und Strafrechtsschutz ab, damit weder eine Doppelung noch eine Lücke entsteht, und halten das schriftlich fest.

Region

D&O-Beratung für Unternehmen in Schwäbisch Hall und Hohenlohe

Der industrielle Mittelstand zwischen Schwäbisch Hall, Crailsheim, Künzelsau und Öhringen ist geprägt von inhabergeführten Gesellschaften, oft in dritter oder vierter Generation, im Maschinenbau, in der Metallverarbeitung, bei Automobilzulieferern und in der Verpackungstechnik. Wir betreuen Unternehmen in Gaildorf, Ilshofen, Vellberg, Kirchberg an der Jagst, Gerabronn, Langenburg, Schrozberg, Blaufelden, Satteldorf, Wolpertshausen, Untermünkheim, Obersontheim und Michelfeld, dazu Betriebe im Hohenlohekreis, im Ostalbkreis rund um Ellwangen und Aalen sowie im Rems-Murr-Kreis um Backnang und Murrhardt. In vielen dieser Unternehmen steht die Nachfolge an oder ist gerade abgeschlossen, und genau in diesen Phasen entstehen Haftungsfragen: übernommene Verträge, Bewertungen aus der Übergabe, Entscheidungen der abgebenden Generation.

Ansprechpartner für Firmenkunden ist Sebastian Hopf, für die Sachversicherung im Firmenbereich Oliver Hartmann, und Udo Schor bringt als Unternehmensberater die betriebswirtschaftliche Sicht auf Bilanz und Liquidität ein. Sie erreichen uns unter 0791 94093050 und per E-Mail an caeiro.hartmann@allianz.de. Termine machen wir in unseren Büros in der Weilerwiese in Schwäbisch Hall, in der Beethovenstraße in Crailsheim oder bei Ihnen im Unternehmen. Auf Wunsch nehmen wir Ihre Steuerberatung oder Ihre Anwältin mit ins Gespräch, weil sich Haftungsfragen selten sauber von den Fragen zum Gesellschaftsvertrag trennen lassen. Die D&O sprechen wir außerdem regelmäßig zusammen mit der Geschäftsführerversorgung an, weil beide Themen dieselben Personen betreffen.

Schwäbisch HallCrailsheimGaildorfIlshofenVellbergKirchberg an der JagstGerabronnLangenburgSchrozbergBlaufeldenRot am SeeSatteldorfWallhausenFrankenhardtKünzelsauÖhringenMurrhardtBacknangEllwangenSchwäbisch GmündWinnendenSchorndorfWaiblingenAalenHeilbronnNeckarsulmBad FriedrichshallBad MergentheimDinkelsbühlFeuchtwangenRothenburg ob der TauberGöppingenLudwigsburgBietigheim-BissingenStuttgartEsslingenHeidenheimAnsbach
Häufige Fragen

Was uns am häufigsten gefragt wird

Was kostet eine D&O-Versicherung?
Der Beitrag richtet sich nach Rechtsform, Umsatz, Bilanzsumme, Eigenkapitalquote, Branche, Zahl der versicherten Personen und Versicherungssumme. Eine GmbH mit einem Geschäftsführer, solider Bilanz und ohne Auslandsgeschäft liegt deutlich unter einer Gruppe mit Tochtergesellschaften und Vertrieb in den USA. Wir holen ein konkretes Angebot ein, sobald Umsatz, Bilanzsumme und Personenkreis feststehen. Dafür brauchen wir keine Stunde.
Ist eine D&O-Versicherung Pflicht?
Gesetzlich vorgeschrieben ist sie nicht. Faktisch ist sie in zwei Fällen Voraussetzung: Fremdgeschäftsführer und externe Beiräte lassen sich die Deckung heute vor der Bestellung schriftlich bestätigen, und Banken oder Investoren fragen bei Finanzierungen und Beteiligungen danach. Pflicht ist dagegen der Selbstbehalt beim Vorstand einer Aktiengesellschaft, wenn die Gesellschaft eine D&O abschließt.
Wer schließt die D&O ab, die Firma oder das Organ?
Üblich ist der Abschluss durch die Gesellschaft zugunsten ihrer Organe. Versicherungsnehmerin ist also das Unternehmen, versicherte Personen sind Geschäftsführung, Vorstand, Aufsichtsrat und je nach Vereinbarung Beiräte, Prokuristen und leitende Angestellte. Daneben gibt es die persönliche D&O, die ein Organ selbst abschließt, etwa als Ergänzung zur Unternehmenspolice oder für den Vorstandsselbstbehalt.
Was ist der Unterschied zwischen Innenhaftung und Außenhaftung?
Bei der Innenhaftung nimmt die eigene Gesellschaft ihr Organ in Anspruch, in der Praxis meist über einen neuen Gesellschafter oder einen Insolvenzverwalter. Bei der Außenhaftung fordern Dritte Ersatz, also Kunden, Lieferanten, Banken, das Finanzamt oder Sozialversicherungsträger. Die Innenhaftung ist der häufigere Fall und meist der unangenehmere, weil er im eigenen Haus beginnt und persönliche Beziehungen belastet.
Was bedeutet das Claims-made-Prinzip?
Versichert ist nicht der Zeitpunkt der Pflichtverletzung, sondern der Zeitpunkt, zu dem der Anspruch erstmals geltend gemacht und dem Versicherer gemeldet wird. Der Vertrag muss also im Moment der Anspruchserhebung bestehen. Deshalb sind zwei Bausteine so wichtig: die Rückwärtsversicherung für unbekannte Pflichtverletzungen aus der Zeit davor und die Nachmeldefrist für Ansprüche aus der Zeit danach.
Warum ist die Nachmeldefrist so wichtig?
Weil Organhaftungsansprüche fast nie sofort auftauchen. Nach Paragraf 43 Absatz 4 GmbHG verjähren sie erst nach fünf Jahren, bei börsennotierten Aktiengesellschaften nach zehn. Endet der Vertrag ohne Nachmeldefrist, steht ein ausgeschiedener Geschäftsführer ohne Deckung da, obwohl der Anspruch noch jahrelang erhoben werden kann. Wir vereinbaren deshalb möglichst lange Fristen, besonders vor einer Nachfolge.
Was ist die Rückwärtsversicherung?
Sie erstreckt die Deckung auf Pflichtverletzungen, die vor Vertragsbeginn begangen wurden, solange sie bei Abschluss weder bekannt waren noch bekannt sein mussten. Ohne diesen Baustein sind alle Entscheidungen aus der Zeit vor dem Abschluss ungeschützt, und das sind bei einer zehn Jahre alten GmbH die meisten. Bekannte Sachverhalte müssen dagegen bei Abschluss angegeben werden, sonst entfällt die Deckung dafür.
Lohnt sich das auch für eine GmbH mit fünf Mitarbeitenden?
Ja, denn die Haftung hängt nicht an der Betriebsgröße. Bei kleinen Gesellschaften ist der häufigste Auslöser die Insolvenz: Der Verwalter prüft, ab wann Zahlungsunfähigkeit vorlag und welche Zahlungen danach noch geflossen sind. Diese Forderungen nach Paragraf 15b InsO übersteigen das Privatvermögen eines Geschäftsführers regelmäßig, weil jede einzelne Überweisung zählt und nicht der Saldo.
Was ist der Unterschied zur Vermögensschadenhaftpflicht?
Die Vermögensschadenhaftpflicht deckt Fehler bei der beruflichen Dienstleistung gegenüber Auftraggebern ab, typisch für Steuerberater, Architekten, Ingenieure oder IT-Dienstleister. Die D&O deckt Pflichtverletzungen in der Leitungsfunktion, vor allem gegenüber der eigenen Gesellschaft. Ein Unternehmen kann beides brauchen, ersetzen können sie einander nicht. Die Grenze verläuft an der Frage, in welcher Rolle jemand gehandelt hat.
Wie grenzt sich die D&O von der Betriebshaftpflicht ab?
Die Betriebshaftpflicht zahlt bei Personen- und Sachschäden Dritter aus dem Betrieb, also beim beschädigten Kundenobjekt oder beim Sturz auf dem Betriebsgelände. Reine Vermögensschäden ohne vorausgegangenen Personen- oder Sachschaden deckt sie in aller Regel nicht, und genau dort liegt der Bereich der D&O. Die beiden Verträge überschneiden sich kaum, sollten aber vorab schriftlich gegeneinander abgegrenzt werden.
Was leistet die Deckung, wenn der Anspruch unberechtigt ist?
Dann greift die Abwehrfunktion, und die ist der praktische Kern des Vertrags. Der Versicherer prüft den Anspruch, beauftragt spezialisierte Anwälte und Sachverständige und trägt die Verfahrenskosten. Diese Kosten entstehen unabhängig davon, ob am Ende gezahlt werden muss, und laufen bei einem mehrjährigen Verfahren mit Gutachten schnell in den sechsstelligen Bereich. Achten Sie darauf, ob sie die Versicherungssumme aufzehren.
Deckt die D&O auch Bußgelder und Geldstrafen?
Grundsätzlich nicht. Geldstrafen und Bußgelder haben Sanktionscharakter und sind in Deutschland weitgehend nicht versicherbar. Übernommen werden die Verteidigungskosten im Ermittlungs- oder Bußgeldverfahren, sofern ein entsprechender Baustein vereinbart ist. Bei Vorwürfen nach Paragraf 266a StGB oder Paragraf 15a InsO ist genau diese Kostenübernahme in der Praxis der wichtigste Teil.
Was ist der Selbstbehalt des Vorstands nach Paragraf 93 AktG?
Schließt eine Aktiengesellschaft eine D&O für ihren Vorstand ab, muss sie nach Paragraf 93 Absatz 2 Satz 3 AktG einen Selbstbehalt von mindestens 10 Prozent des Schadens bis mindestens zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung vereinbaren. Dieser Betrag bleibt beim Vorstandsmitglied hängen. Absichern lässt er sich nur über eine persönliche Zusatzpolice, die das Mitglied selbst abschließt und bezahlt.
Was passiert im Schadenfall konkret?
Sie melden den Anspruch oder auch nur den Umstand, aus dem ein Anspruch entstehen könnte, unverzüglich an uns. Der Versicherer prüft die Deckung, bestellt einen spezialisierten Anwalt und übernimmt die Korrespondenz mit dem Anspruchsteller. Wichtig: Erkennen Sie nichts an und schließen Sie keinen Vergleich ohne Abstimmung, sonst riskieren Sie die Deckung. Vor Vertragsende gehört jeder bekannte Umstand gemeldet, auch wenn noch niemand fordert.
Brauche ich das wirklich, wenn ich schon eine Betriebshaftpflicht und eine Rechtsschutzversicherung habe?
Ja, denn beide decken diesen Fall nicht. Die Betriebshaftpflicht zahlt bei Personen- und Sachschäden, nicht bei reinen Vermögensschäden aus einer Leitungsentscheidung. Der Firmenrechtsschutz schließt Ansprüche der eigenen Gesellschaft gegen ihr Organ in aller Regel aus, und genau das ist der häufigste D&O-Fall. Wir legen Ihnen die drei Verträge nebeneinander und zeigen die Lücke schriftlich.

Haftungsrisiko einmal sauber durchsprechen

Ein erstes Gespräch dauert eine Stunde, kostet nichts und verpflichtet zu nichts. Bringen Sie Gesellschaftsvertrag, letzten Jahresabschluss und die Liste Ihrer Organe und Beiräte mit, danach haben Sie schriftlich, welche Deckung Sie brauchen und welche nicht. Telefon 0791 94093050 oder caeiro.hartmann@allianz.de, Termine in Schwäbisch Hall, Crailsheim oder bei Ihnen im Unternehmen.

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